Linden in Altenstadt gerettet
Erfolgreiche Unterschriftenaktion und Baumpatenschaft bringen Bürgermeister und Marktrat zum Umdenken
Was bisher geschah
Nach der notwendigen Entfernung einer sturmgeschädigten Linde am Friedhof von Altenstadt beschloss der Marktgemeinderat im Juni dieses Jahr, auch die übrigen vier kerngesunden ca. 100jährigen Lindenbäume zu fällen und junge Bäumchen als Ersatz zu pflanzen. Eine erneute Ladung und Beratung zur Sache im zuständigen Gremium wurde damals vom Altenstadter Bürgermeister Zanker abgelehnt. Die BUND-Kreisgruppe Neu-Ulm organisierte daraufhin die Unterschriftenaktion “Rettet die Linden”, um für deren Erhalt zu werben.
Die positive Wende
Über 300 Unterschriften konnten nach kurzer Sammelzeit von Kreisgeschäftsführer Bernd Kurus-Nägele und Kreisvorsitzenden Wolfgang Döring Ende September während eines Ortstermins an Bürgermeister Zanker übergeben werden. Der zeigte sich von dem Sammelergebnis beeindruckt. Die BUND-Kreisgruppe Neu-Ulm forderte durch Kurus-Nägele weiterhin die Rücknahme des Beschlusses zur Fällung der Altlinden im Marktrat und bot gleichzeitig eine Baumpatenschaft für die nächsten 15 Jahre an:
Darunter fallen die jährliche Frühjahrs- und Herbstkontrolle der vier Linden, die Erstellung von Baumprotokollen für jeden Baum und die Beauftragung und Finanzierung eines externen schalltomografischen Gutachtens zur Beurteilung der Standsicherheit im dreijährigen Turnus, beginnend im Jahr 2029. Im Bedarfsfall werden auch erforderliche Kronenschnittmaßnahmen nach den Leitlinien der sanften Baumpflege finanziert und in Auftrag gegeben. Kreisvorsitzender Döring machte deutlich, dass damit alle derzeit rechtlich erforderlichen Maßnahmen, die die Verkehrssicherungspflicht von Großbäumen betreffen, abgedeckt würden.
Bürgermeister Zanker versicherte, dass er das Lindenthema wieder auf die Tagesordnung der nächsten Marktgemeinderatssitzung laden werde und sich diesmal für den Erhalt der Linden aussprechen werde.
Die gute Nachricht: Die Markträte haben nun einstimmig entschieden, den Beschluss zur Baumfällung vom 25. Juni zurückzunehmen, die alten Linden zu erhalten und eine Baumpatenschaft mit dem BUND Naturschutz für die kommenden 15 Jahre abzuschließen.
Warum das so wichtig ist?
Kreisgeschäftsführer und Biologe Bernd Kurus-Nägele macht deutlich, dass der Klimaschutz maßgebend sein müsse. Die monatelange Trockenheit und die große Hitze des diesjährigen Sommers zeige, dass die Klimakrise rasch voranschreite. Weil zukünftig solche Hitzeperioden öfter stattfänden, müsse man die vorhandenen Grünstrukturen und Altbäume in Siedlungsgebieten schützen und bewahren. Vor allem alte, große Bäume würden enorme Leistungen für die Luftbefeuchtung, Luftfilterung, Schatten und die Sauerstoffproduktion über die Blattoberflächen für das Mikroklima bereitstellen. Nachgepflanzte Bäumchen verfügten noch nicht über diese Möglichkeiten. Um die Leistung einer alten Linde ersetzen zu können, müssten nach Kreisvorsitzenden und Biologen Wolfgang Döring bis zu 1500 Jungbäume gepflanzt werden. Zudem seien Altbäume ein wichtiger Lebensraum für Vögel, Kleinsäuger und Insekten, was für den Erhalt der Artenvielfalt von Bedeutung sei.
