Gelungene Eidechsen-Umsiedlung am Ayer Wehr

Am Ayer Wehr finden derzeit Umbaumaßnahmen zum Einbau eines neuen Kraftwerks statt. Der BUND Naturschutz wurde frühzeitig in die Planung miteinbezogen und konnte seine Forderungen zum Erhalt der dortigen Zauneidechsen-Population einbringen. Auch zwei Gelege von Ringelnattern mit 40 Eiern wurden entdeckt!

Eidechsen-Umsiedelung am Ayer Wehr

17.08.2019

Ein Baustein der Artenschutzmaßnahme war die Anlage eines nahegelegenen Ausweichbiotops. Diese Biotopgestaltungsmaßnahme wurde vom Bauträger bereits im Frühjahr umgesetzt und ist aus Sicht des BUND Naturschutz als gelungen zu bezeichnen.

 Im Rahmen der Umbaumaßnahme musste ein Teil der alten Böschung abgerissen werden. Der Böschungsbereiche war wegen seiner Hohlräume ein Lebensraum für Zauneidechsen und Ringelnattern, deshalb war eine schonende Bearbeitung nötig. Ziel war, die noch vorhandenen Tiere möglichst unverletzt in das neugestaltete Biotop umzusetzen.

 Der Abtrag der Böschung wurde mit einem Greifbagger durchgeführt. Die Steine wurden soweit möglich einzeln aus der Böschung herausgehoben, so dass vorhandene Tiere direkt eingefangen und umgesetzt werden konnten. Fachlich begleitet wurde die Maßnahme von der Landschaftsplanerin des Investors, Miriam Puscher und dem Kreisgeschäftsführer des BUND Naturschutz Bernd Kurus-Nägele.

Für die Umsetzungsmaßnahme konnte auch Rudolf Mick gewonnen werden, der bereits in den 80er Jahren den Film „Eidechsen am Ayer Wehr“ drehte und als Gebietskenner großes Ansehen beim BUND Naturschutz genießt.

Erfreulicherweise mussten nur wenige Zauneidechsen und Ringelnattern (unter 10) umgesetzt werden. Bei der Abbruchmaßnahme wurden auch zwei Gelege von Ringelnattern mit insgesamt rund 40 Eiern entdeckt. Die drei Fachbegleiter konnten die Gelege in gesicherten Zonen entlang der Iller unterbringen.

Bernd Kurus-Nägele zeigte sich erfreut, ob der gelungenen Aktion, die auch aufgrund der vorausgegangenen Biotopgestaltungs- und Vorbereitungsmaßnahmen ohne erkennbaren Tierverlust durchgeführt werden konnte.

„Das jüngste Hochwasser der Iller, das die jetzt abgebrochene Böschung gerade in den unteren und mittleren Zonen flächig angespült hat, war für unsere Umsetzungsmaßnahme zudem sehr förderlich, da ein Großteil der Tiere aufgrund des Wasserdrucks bereits die Böschungsstruktur verlassen hatte. Sozusagen ein natürlicher Glücksfall“, so Kurus-Nägele zum Abschluss der Maßnahme.